Lars von Trier inszeniert das Ende der Welt als intimes Drama über zwei unterschiedliche Schwestern, die ein auf die Erde zurasender Planet zwingt, Bilanz zu ziehen. Ein schöner Film über das Ende der Welt. Besser lässt sich Lars von Triers jüngste Regiearbeit nicht in einem Satz zusammenfassen. Der dänische Filmemacher schreckt nicht zurück vor apokalyptischen Bildern eines immer größer werdenden Planeten, der mit zunehmender Geschwindigkeit auf die Erde zustürzt und alles Leben auszulöschen droht, lässt aber auch keinen Zweifel daran, dass es ihm im Grunde doch um einen Geisteszustand geht. Nicht von ungefähr wurde dem Planeten der Name "Melancholia" gegeben. Nach "Antichrist" von Triers zweiter Film in Folge, der unmittelbar von seiner vielpublizierten Depression beeinflusst ist - und doch könnten sie unter- schiedlicher nicht sein. Die alles überragende Wut des Vorgängers ist einer versöhnlichen, ungewöhnlich lebensbejahenden Perspektive gewichen.

MELANCHOLIA
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MELANCHOLIA zeigen wir im Anschluss an die Podiumsdiskussion.
Der 1956 geborene Däne zählt zu den interessantesten europäischen Regiesseuren der Gegenwart. Nicht erst seit dem Ausschluss von den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes gilt Lars von Trier als Enfant terrible. Immer wieder rufen seine Filme bei Zuschauern und Kritikern heftigeReaktionen hervor. Die Werkschau wirft in Auszügen einen Blick auf das sehr vielfältige SChaffen eines kreativen und innovativen Filmemachers, auf dessen jeweils nächsten Film man gespannt sein darf, unabhängig davon, ob man ihn mag oder nicht.
Dies nehmen wir zum Anlass, mit interssanten Gästen und ausgewiesenen
Lars von Trier-Kennern über sein Werk zu sprechen. Wir freuen uns u.a.
DANIEL SANDER, Kulturredakteur des SPIEGEL, und Dr. CHARLES MARTIG, Theologe
und Filmpublizist aus Zürich beim Freiburger Filmfest begrüßen
zu dürfen.
Moderiert wird die Diskussion von Dr. LUDWIG AMANN, Filmjournalist, Marketingexperte
und Filmverleiher.